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Jonathan Kreilaus, Julian Merkel, Jonas Opp

Das Thema Haltungsbedingungen in der Schweinemast wurde in den Medien in letzter Zeit sehr kontrovers diskutiert. Dabei ging es häufig auch um Verhaltensauffälligkeiten wie z.B. Kannibalismus, bei dem die Schweine Ohren und Schwänze anderer Tiere anknabbern, verletzen und teilweise auch abbeißen. Ursachen dafür sind zu hohe Besatzungsdichten, Lichteinstrahlung sowie eintönige Buchten. Daraus entstehende Verletzungen können schließlich zum Tod der Schweine führen, weshalb häufig Antibiotika eingesetzt werden muss. Gemäß EU Tierschutzgesetz werden in den Ställen einfache „Spielzeuge“ angebracht, die die Tiere beschäftigen sollen. Dabei handelt es sich meist um einfache Holzstücke oder Ketten, die den Spieltrieb befriedigen sollen, um die Tiere vom gefürchteten Schwanzbeißen abzuhalten. Diese Problematik ist für die Schweinehalter im Moment das wichtigste Problem, das es unbedingt zu lösen gilt.

 

Im Jahr 2010 wurden wir auf diese Thematik aufmerksam und beschlossen in einem Jugend-forscht Projekt die Hintergründe zu erforschen. Dabei stellte sich heraus, dass die Schweine das Interesse an Spielzeug relativ schnell verlieren. Deshalb entwickelten wir eine Versuchseinrichtung, die vier Spielzeuge nach einer festgelegten Zeit wechselt. Wir entschieden uns, Standardspielzeuge wie eine Kette, einen Schlauch, einen Eimer und eine Dachlatte als Spielzeuge zu verwenden. Durch einen Wechsel der Spielzeuge im Rhythmus von vier Stunden konnte der Verlust des Interesses auf ein Minimum reduziert werden. Also erreichten wir eine höhere Spieldauer der Schweine. Ob damit der Kannibalismus reduziert werden kann, konnten wir damals allerdings noch nicht nachweisen.

Um die Auswirkungen des Spielverhaltens der Schweine auf den Kannibalismus zu untersuchen, entschieden wir uns dafür weiter zu forschen.

Wir entwickelten deshalb nun einen stark verbesserten Prototypen, um die Spielzeuge automatisiert zu wechseln und begannen mit neuen Versuchen.

Grundlage dafür war die Frage, ob der Einsatz wechselnder Spielzeuge schon im Ferkel-Alter auch zu weniger Verletzungen im späteren Mastbereich führen könnte. Während der Versuchsdauer von 108 Tagen untersuchten wir die Anzahl der Verletzungen und deren Schwere. Diese Werte verglichen wir mit zwei Kontrollgruppen, in denen die Schweine nur ein gleichbleibendes Spielzeug hatten.

Wir konnten schließlich feststellen, dass die Verletzungsraten in den Buchten mit unserer Versuchseinrichtung deutlich niedriger waren, als in den Kontrollgruppen. Sogar die Schwere der Verletzungen lag auf einem niedrigeren Niveau.

Durch den Einsatz unserer Versuchseinrichtung im Ferkel-Alter konnte ein frühzeitiger Einfluss auf mögliche reaktive Verhaltensstörungen (können zu Kannibalismus führen) erreicht werden. Dies lässt sich durch positive Ergebnisse im späteren Mastbereich belegen, wo die Versuchseinrichtung wiederum durch ein gleichbleibendes Standardspielzeug ersetzt wurde.

In Zukunft kann also mit unserer Spielzeugmaschine ein Beitrag zur Verminderung des Kannibalismus und damit zu verbesserten Mastbedingungen geleistet werden.

 

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