Bratwurst statt Baguette

-- Besuch der französischen Partnerschule am Wilhelm-Erb-Gymnasium --

Nach einer dreistündigen Reise waren die französischen Austauschschüler aus Montiers froh, endlich in Winnweiler am Wilhelm-Erb-Gymnasium angekommen zu sein, wo die deutschen Austauschpartner mit ihren Eltern schon aufgeregt warteten. Ihre Erwartungen konnten und durften hoch sein, da die Austauschpartner des WEG bereits bei ihrem Besuch in Frankreich mit der dort typischen Gastfreundschaft umsorgt wurden. Rückblickend kann man sagen, dass die Woche in Deutschland gut an die in Frankreich anknüpfen konnte. Nach einer schönen Wiederbegegnung zogen die Franzosen und Französinnen bei ihren deutschen Austauschschülern ein. Die Vorfreude auf die kommende Woche war sowohl auf der Seite der Gastgeber als auch bei den Gästen sehr groß.


Die Woche bot jeden Tag abwechslungsreiche Unterhaltung. Den Gästen aus Frankreich wurde ein Stück Deutschlands bzw. der Pfalz gezeigt und wie zu hören war, war die Resonanz großartig: ein Besuch in dem Hallenschwimmbad Monte Mare in Kaiserslautern, ein Ausflug in den Kletterpark „Fröhnerhof“, ein Besuch im Nibelungen-Museum in Worms und viele weitere Unternehmungen standen an. Am Wochenende gab es kein schulisches Programm, stattdessen konnten die Gastfamilien eigene Ausflüge mit ihren „Gastkindern“ unternehmen. Man kann sagen, dass es eine ganz besondere Woche war, die man gerne wiederholen könnte. Leider folgte auf die tolle Woche auch der traurige Abschied, den alle verkraften mussten. Doch ein über ein Wiedersehen wurde auch schon diskutiert. Wir wünschen auch den nächsten Schülern, die an solch einem Austausch teilnehmen viel Spaß und sagen: „Salut!“

Bastian Wänke, Leon Lange, Florian Wendling

Good-Bye Auburn

15 Jahre deutsch-amerikanischer
Schüleraustausch des WEG mit Kalifornien

Es ist im Jahr des 125-jährigen Bestehens unserer Schule nur ein kleines Jubiläum: Wir können auf eineinhalb Jahrzehnten deutsch-amerikanischen Austausch mit der Partnerschule in Kalifornien, der Placer High School (PHS) in Auburn zurückblicken. Seit 15 Jahren fliegen Schüler aus Winnweiler jedes Jahr über den Atlantik und den ganzen amerikanischen Kontinent, um an der Westküste im ehemaligen Gold-Rush-Country zur Schule zu gehen und den American Way of Life und den American West kennen zu lernen. Ebenso lange schon - wenn auch mit Unterbrechungen - kommen amerikanische Schüler mit ihrer Deutschlehrerin Daniela Griffin zu einem Gegenbesuch nach Winnweiler, um deutsche Lebensart und Kultur zu erfahren und sich ein Bild zu machen vom alten und neuen Deutschland.

Sowohl Deutschland als auch Kalifornien haben sich in diesen 15 Jahren stark verändert. Diesseits des Atlantik brachte die deutsche Einheit die stärkste Veränderung, und in Kalifornien nahm von Jahr zu Jahr die legale und illegale Einwanderung von Hispanics (spanisch sprechenden Mittelamerikanern) zu. Dies hatte auch Auswirkungen auf unsere Partnerschule: Im abgelaufenen Schuljahr wurden dort im fremdsprachlichen Bereich 23 Spanischkurse angeboten, aber nur noch ein einziger jahrgangsübergreifender Deutschkurs. Es gibt immer weniger Jugendliche, die aufgrund ihrer Herkunft oder verwandtschaftlicher Beziehungen ein Interesse an Deutsch haben, dagegen sehr viele, die auch zu Hause Spanisch sprechen. So wird die PHS im nächsten Jahr keinen Anfängerkurs für Deutsch mehr im Programm haben, unsere Partnerkollegin wird Spanisch statt Deutsch unterrichten und wir können nur noch wehmütig an die vielen interessanten und erlebnisreichen Austauschbegegnungen zurückdenken, die zwischen beiden Schulen hüben und drüben stattgefunden haben, die Hunderte von jungen Leuten beider Nationen in Kontakt miteinander gebracht haben, nicht zuletzt auch außerhalb des offiziellen Austauschprogramms.

Nun heißt es: Good-bye Auburn - mit einem Rückblick auf die 15 Jahre WEG-PHS und einigen Eindrücken

    1982 Initiative des amerikanischen Präsidenten zum verstärkten deutsch-amerikanischen Jugendaustausch. Anlaufen des GAPP-Programms (German- American Partnership Programm) mit Förderung durch den US-Kongress und die deutsche Bundesregierung.

    1983 Beginn des Kontaktes der beiden Schulen über GAPP und PAD (Pädagogischer Austauschdienst) der KMK, angeregt durch den neuen Chef des WEG, Walter Lichti.

    1984 Erster Besuch einer deutschen Schülergruppe in Auburn mit Herrn und Frau Lichti. Frau Griffin kommt mit ihren Schülern zum Gegenbesuch nach Winnweiler.

    1985 Herr Reuther und Frau Merker unternehmen an Ostern den zweiten Besuch und empfangen Frau Griffin mit ihrer Schülergruppe im Juni.

    1986 Frau Richter und ihr Mann begleiten die dritte Fahrt. Wegen des Tschernobyl Unglücks haben nur drei Schüler Interesse an einem Gegenbesuch.

    1987 Herr Hüttenberger führt eine Gruppe von 17 Schülern des WEG und vom Gymnasium Weierhof nach Auburn. Für den Gegenbesuch wird ein Abstecher nach Berlin organisiert.

    1988 Herr Demmerle fliegt mit 15 Schülern in die USA.

    1989 Frau Damnitz hat zwölf Mädchen und zwei jungen in ihrer Gruppe. Der Gegenbesuch von 15 Amerikanern wird begleitet von Frau Griffin und der stellvertretenden Schulleiterin Jane Hamilton und von Mrs. McCord, seit Anfang Gastmutter.

    1990 Frau Schneider hat zum ersten Mal WEG - Schülerinnen aus der Ex-DDR in ihrer Gruppe. Frau Kasper begleitet sie.

    1991 Frau Kehrwald fliegt wegen des Golfkrieges nicht, wie bisher üblich, an Ostern, sondern erst im Herbst mit ihrer Gruppe in die USA.

    1992 Frau Gehm übernimmt mit ihrer Gruppe nach dem Austauschbesuch eine einwöchige Kalifornien-Rundreise im Kleinbus, die seither zum Standard gehört.

    1993 Frau Feldmann plant diese Unternehmung vor, muss aber aus gesundheitlichen Gründen absagen. Frau Tielert springt in die Bresche Sie wagt sich mit ihrer Gruppe ins "Death Valley".

    1994 Herr Hüttenberger organisiert den Auburn-Besuch, die Fahrt am Pazifik entlang und den Besuch von Hollywood, Disneyland und San Diego.

    1995 Herr Hüttenberger führt die Deutschen diesmal von Los Angeles aus zum Grand Canyon, zum Monument Valley und nach Utah. Der Rückflug wird von Las Vegas aus angetreten. Seit sechs Jahren kommt wieder einmal ein Gegenbesuch zustande mit Frau Griffin, Herrn Hamrick und Herrn Davison als Betreuer der "Kids".

    1996 Frau Tielert begleitet die Gruppe zum Yosemite National Park, und nach Südkalifornien, einige Schüler besuchen die mexikanische Grenzstadt Tijuana.

    1997 Frau Tielert hat diesmal das Hearst-Castle, den Grand Canyon und Las Vegas in der Rundreise einbezogen.

    1998 Herr Hüttenberger führt die letzte Austauschbegegnung zwischen dem WEG und Placer High durch - Die Rundreise führt an den Pazifik, zum Grand Canyon und nach Las Vegas. Zum Gegenbesuch kommt Frau Griffin mit dem Schüler Jason Mulsow.


Die Bemühungen um eine neue Partnerschule werden hoffentlich auch in den nächsten Jahren dazu führen, dass Jugendliche vom WEG ihren Horizont auf dem amerikanischen Kontinent erweitern, ihren Partnern die angenehmen Seiten des Lebens in Deutschland zeigen können und völkerverbindende Kontakte über die Schulzeit hinaus knüpfen. Ein Kontakt mit einer kalifornischen Schule ist schon angebahnt.

Frankreichaustausch des WEG

Seit dem Schuljahr 1997/98 gibt es den Schüleraustausch für die 8. Jahrgangsstufe mit dem College Marie-Curie in St.Laurent-Nouan, der Partnergemeinde Winnweilers

Oktober 1997


Besuch der französischen Schülergruppe in Winnweiler
Betreuende Lehrkräfte: Mme Danielle Contenceau und Mme Anne Viola
Schuljahr '98/'99
April 1998


Gegenbesuch des WEG in Saint-Laurent-Nouan mit 24 Schülerinnen und Schülern
Betreuende Lehrkräfte: Frau Krohn und Frau Lörscher
Dezember 1998


Besuch der französischen Schülergruppe in Winnweiler
Betreuende Lehrkräfte: Mme Danielle Contenceau und Mme Anne Viola
April 1999


Gegenbesuch des WEG in Saint- Laurent- Nouan mit 25 Schülerinnen und Schülern
Betreuende Lehrkräfte: Frau German, Herr Hüttenberger, Frau Weber

Italienaustausch des WEG

Diesen Austausch gibt es seit dem Schuljahr 1996/97 für die Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse (parallel zum Amerikaaustausch):

Unsere Partnerschule ist das Wirtschaftsgymnasium Istituto Tecnico Statale "Citta del Tricolore" in Reggio Emilia, Italien.

Die betreuenden Lehrkräfte sind auf italienischer Seite Frau Alberta Sacerdoti und Frau Giuliana Polledri und auf deutscher Seite Frau Doris German und Frau Petra Behrens.

Reggio Emilia liegt landschaftlich sehr reizvoll zwischen Parma und Bologna in der italienischen Poebene am Fuße der Apenninen. Von Touristen wenig besucht, hat sich die Stadt ihren ländlichen Charakter bewahrt. Dass Reggio Emilia dennoch über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist, gründet weniger in seiner zentralen Lage an der Bahnstrecke von Mailand nach Rimini denn in der Tatsache, dass die Stadt sowohl der Geburtsort der grün-weiß-roten Landesfahne als auch des weltberühmten Parmesankäses, des Parmigiano Reggiano, ist. Kulinarisch gesehen ist die Region zudem für den Lambrusco, den Parmaschinken und den aus Büffelmilch hergestellten Mozzarella-Käse bekannt.

Ziele und Durchführung des Austauschs:

Die Partnerländer einmal nicht aus Touristenperspektive erleben, sondern authentisch durch die Unterbringung in Gastfamilien und durch die Teilnahme am regulären Unterricht Einblicke in das Schulsystem des jeweiligen Gastlandes. Hier wird u.a. in Projektarbeit eine bestimmten Problematik aus deutscher bzw. italienischer Perspektive durchgeführt, und zwar in gemischten italienisch-deutschen Gruppen.

Das weiterreichende Ziel hierbei besteht in der Erweiterung der fremdsprachlichen und interkulturellen Kompetenz im Hinblick auf die Förderung von übernationalem Problembewusstsein und gesamteuropäischen Problemlösungsstrategien

Ein Einblick in die Projektarbeit:

Herbst 1996
(am WEG)
"Fremde in Deutschland und Italien" - vergleichende Betrachtung der Minderheitenprobleme in Italien und Deutschland
Frühjahr 1997
(an der Citta del Tricolore)
"Umweltschutz unter regionalen Aspekten"

Herbst 1997
(am WEG)
"Deutschlandbild der Italiener bzw. Italienbild der Deutschen" - Klischees und Vorurteile standen zur Debatte
Frühjahr 1998
(an der Citta del Tricolore)
"Regionale Berufsperspektiven italienischer, schwedischer und deutscher Abiturienten"

 

Sonstige Unternehmungen in Deutschland:

Gemeinsame sportliche Aktivitäten: Fun- Olympiade, Besichtigung der Brauerei Bischoff (so manche Elwedritsche hat als Schlüsselanhänger ihren Weg nach Italien gefunden) sowie der Besuch eines Heimspiels des 1.FCK

Weitere Höhepunkte: Gemeinsame Ganztagsausflüge nach Heidelberg, Speyer und Frankfurt/Main

Sonstige Unternehmungen in Italien:

Besichtigung der Sehenswürdigkeiten der Reggio Emilia, d.h. der Kathedrale, des Stadttheaters Valli und der Sala del Tricolore. der ausgedehnte Wochenmarkt, der sich über drei mittelalterliche Piazze erstreckt und sich durch die Vielfalt der feilgebotenen Waren (Kleider, Lederwaren, Bücher, Obst und Gemüse etc.) sehr von einem deutschen Markt unterscheidet.

Besichtigung lokaler Produktionsstätten, z.B. einer Parmesankäserei

Gemeinsame Ganztagesausflüge nach Florenz, nach Pisa, an den Strand von Viareggio und in die Marmorbrüche von Carrara

Kommentare einiger Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Austausches 1997/98:

"Wir kamen uns gar nicht wie Touristen vor, weil wir ja in Gastfamilien wohnten und mit unseren italienischen Austauschschülern zusammen waren ... Das schönste am Tag waren die gemeinsamen Abende. So fuhren wir einmal auf ein Dorffest, gingen häufig abends zusammen essen und einmal organisierten unsere Austauschpartner sogar eine Party. Kulturell gesehen, haben wir unseren Bildungsstand erheblich erweitert und, kulinarisch gesehen, sind deutsche Pizzas und Spaghetti eine Beleidigung unserer Gaumen." (Martin Hauter)

"Ich fand den Austausch absolut Klasse. Ich bin zwar immer noch nicht hinter das Geheimnis gekommen, warum Italiener bei soviel gutem Essen nicht dick werden, aber mich hat das bei den ganzen kulinarischen Meisterwerken dann auch nicht weiter interessiert. Ich finde, dass so ein Austausch viel besser dazu geeignet ist, ein Land und seine Kultur kennenzulernen, als wenn man nur als Tourist hinfährt. Ich würde sofort wieder mitmachen." (Theresa Leister)

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