Exkursion: Paris

Am WEG hat es Tradition, Tagesausflüge in unser Nachbarland Frankreich zu unternehmen. So hatten wir in jüngeren Jahren bereits die Möglichkeit, einen Tag in Metz oder Verdun zu verbringen, um unsere mühselig erlernten Fremdsprachenkenntnisse auszutesten und gleichzeitig einiges über Geschichte und Kultur zu lernen. Nun ging es für den Leistungskurs Französisch bei Frau Sos diesmal ein wenig weiter über die Grenze hinaus, unser Ziel sollte die Hauptstadt und Metropole Paris sein.

Mit nur zweieinhalb Stunden Zugfahrt errichten wir Paris am 21.07.15 bereits um etwa zehn Uhr morgens, allseits motiviert und bereit für unser ausgefülltes Programm. Zuerst besuchten wir das Picasso-Museum, wo wir die Vorträge von Victoria und Tatjana zu zwei Gemälden hörten, nur unglücklicherweise bekamen wir die Werke an diesem Tag nicht zu sehen, weil die dritte Etage des Museums noch gesperrt war. Nach dem Rundgang durch die anderen 2 Etagen voller Gemälde, Skulpturen, Statuen und Fotografien konnten wir den Spruch, „Kunst liegt im Auge des Betrachters“, bestätigen, da tatsächlich ein Schüler nicht von den abstrakt, kubistischen Werken Picassos beeindruckt war.

Als nächstes führte uns Elsa in das Marais, ein Judenviertel, wo wir den idyllischen Place de Vosges überquerten und den berühmten ehemaligen jüdischen Delikatessenladen Goldenberg sahen. Anschließend besuchten wir das Mémorial de la Shoah wo Ilona ihr Wissen über die Deportation von Juden während des zweiten Weltkriegs mit uns teilte.

Nachdem etwa die Hälfte unserer Zeit in Paris vergangen war gönnte der Kurs sich eine Mittagspause im Quartier Latin, in dem es nur so von günstigen Restaurants wimmelt. Gestärkt von Camembert und Mousse au Chocolat liefen wir zur Île de la Cité. Geplant war es, uns die Sainte Chapelle von Innen anzusehen, doch als wir die gefühlt drei Kilometer lange Schlange davor sahen, entschieden wir uns dafür, Tobias‘ Vortrag im Freien anzuhören und uns die Bilder im Reiseführer anzusehen, wir hatten ja noch viel vor und wenig Zeit. Auf dem Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit überquerten wir den Fluss Seine und sahen die beeindruckende Kathedrale Notre Dame.

Anschließend zeigte uns Clara den Weg zum Panthéon und erklärte, welche Persönlichkeiten in dessen Krypta begraben liegen.

Den letzten Ort, den wir in Paris noch besichtigen wollten war das Viertel Montmartre. Eric führte uns die unzähligen Treppen hinauf zur Basilika Sacré-Coeur und zum Place du Tertre, einem Platz, der übersät mit Malern und Karikaturisten ist und auf dem einst auch Pablo Picasso malte.

Jetzt war der Tag schon fast vorüber, aber wie es sich als guter Tourist gehört, darf man nicht mit leeren Händen nach Hause zurückkehren. Daher wollten einige Schüler unbedingt die berühmten Macarons made in Paris für ihre Familien besorgen. Leider sind die Leckereien ziemlich teuer und um das begrenzte Budget eines Schülers nicht zu überreizen, waren wir auf der Suche nach dem besten Angebot. Wir spazierten auf dem Gipfel des Montmartre hin- und her und fanden schließlich ein Café, in dem die Macarons bezahlbar waren. Doch schon auf dem Rückweg zum Bahnhof fanden wir tatsächlich noch ein anderes Café, in dem sie weniger teuer waren. So ein Ärger!

Ein letztes Mal stiegen wir in die Métro und fuhren zum Gare de l’Est, wo der ICE nach Kaiserslautern uns um 19 Uhr erwartete. Als Fazit kann man sagen, dass die neun Stunden, in denen wir 16 696 Schritte, also etwa 11,874km, zu den verschieden Orten in Paris liefen, anstrengend waren, aber dennoch lohnenswert, da wir in der wenigen Zeit viel gesehen haben. Und vor allem da wir auf dem Heimweg die zuckersüßen Macarons im Gepäck hatten Lächelnd.

Fahrt der 10. Klassen Französisch nach Straßburg und ins Europaparlament am 26.10.2011

Mittwochs morgens um 8.00 Uhr starteten 50 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen Frau Rauber, Frau Vatter und Frau Sós in Begleitung von Christoph Kühn (Büroleitung des CDU-Abgeordneten Kurt Lechner im Europarlament) in Richtung Straßburg. Der Tag versprach schön zu werden und als wir die Stadt an der Ill erreichten, schien bereits die Sonne vom strahlend blauen Himmel.

Gleich zu Beginn begrüßte uns Herr Lechner im Hof des Parlaments und stellte sich unseren Fragen. Wir ließen es uns nicht nehmen, ihm eine Ständchen zu singen, war dieser Tag doch sein 69. Geburtstag!

Die freie Zeit zur Erkundung der Stadt, zu einer kleinen Mittagspause und Einkäufen stand anschließ-
end zur Verfügung. Ab 13.15 Uhr erwartete uns ein volles Programm. Nach einer Führung um und im Straßburger Münster, bei der natürlich die Betrachtung der astronomischen Uhr nicht fehlen durfte, ging es mit dem Boot weiter.

Vom Wasser aus bietet die Stadt einen wunderschönen Anblick und jeder, selbst derjenige der sich seiner Kindheit noch sehr verbunden fühlte, (Kindersender bei den Kopfhörern) konnte sich in seiner Sprache die Sehenswürdigkeiten Straßburgs erklären lassen. Ob es sich um „Strafgerichte“ aus dem Mittelalter oder Anekdoten aus neuerer Zeit handelte, die Geschichte Straßburgs ist allein durch die wechselnde französische bzw. deutsche Herrschaft spannungsvoll.

Die Bootsgesellschaft ließ uns freundlicherweise am Europaparlament aussteigen, so dass wir direkten Zugang zu den „heiligen Hallen Europas“ hatten. Auch die Teilnahme an der Plenarsitzung, in der es übrigens um Pädophilie im Internet und die dementsprechende Gesetzgebung durch das Parlament ging, war ein absoluter Höhepunkt. Die Erfahrung, neben Englisch, Französisch, Spanisch auch Gälisch oder Slowakisch zu hören, muss man gemacht haben. 25 Sprachen lassen sich per Kopfhörer gleichzeitig anhören...umso mehr staunten wir über die Geistesgegenwart der zahlreichen Dolmetscher.

Alles hat ein Ende, auch der Besuch in der „heimlichen Hauptstadt Europas“. Einige europabegeisterte Schüler und Lehrer ließen es sich nicht nehmen, selbst im Bus brandaktuelle Themen wie der Euro-Rettungsschirm, die Verschuldung, die Zukunft Europas usw. zu diskutieren. Herrn Kühn haben wir es zu verdanken, dass nie jemand ernsthaft Durst oder Hunger leiden musste: eine große Kiste mit Brezeln und freie Getränke im Parlament ließen uns rundum versorgt sein.

 

Barbara Sós

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